Papiergeld.info

von Reinhard Tieste und Kai Lindman

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Dieser äußerst seltene Schein brachte vor einiger Zeit nach einem erbitterten Bietergefecht bei Ebay 201 Euro. Außerdem waren immerhin noch drei weitere „Sammler“ bereit, mehr als 150 Euro für diese „Rarität“ auf den Tisch zu legen! Nun, eine Seltenheit ist dieses hübsche Scheinchen sicherlich und die unterlegenen Bieter müssen mit der bitteren Wahrheit fertig werden, dass ihre Sammlung auch weiterhin ohne dieses Schmuckstück auskommen muss. Arme niedersächsische Sammler!

Doch halt! Da gibt es ja vielleicht doch noch eine Möglichkeit, in den Besitz dieses Notgeldscheines zu gelangen. Oder zumindest eines ähnlich seltenen Stückes. So ein Schein lässt sich nämlich auch als Ausgabe eines Standesamtes, der örtlichen Polizeibehörde, des Männer-Gesangvereines oder was man sonst auch immer für einen möglichst runden Stempel auf Karton vorliegen hat, herstellen. Ansonsten brauchen wir vor allem Geduld, genügend kriminelle Energie (falls wir für den Handel produzieren) und guten Papierkleber. Nachdem wir alles notwendige Material und Werkzeug zusammengesucht haben, basteln wir uns den Schein selber. Wir nehmen einen Schein der Buxtehuder Verkehrsausgabe, schneiden die Wertangabe im Kranz aus und kleben sie auf die Pappe – fertig ist die Rarität!

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PS:
Kleiner Tipp noch am Rande: Man sollte bei der Auswahl der verwendeten Materialien ein wenig vorsichtiger sein. Kiel-Holtenau liegt nämlich mitten in Schleswig-Holstein, während in Buxtehude nur niedersächsische Hunde mit dem Schwanze bellen - ähh: wedeln.
Woher kommt der Spruch:
...wo die Hunde mit dem Schwanze bellen? Bellen ist plattdeutsch für „läuten und „Hunte ist der Glockenklöppel. Ins Hochdeutsche übersetzt heißt der Satz also: Auch in Buxtehude läuten die Glocken wie überall sonst.